Jahreslosung 2022

Jesus Christus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.
Johannes 6,37 (E)

Das Gefühl, auf einem langen Weg zu sein und absolut nicht erkennen zu können, wohin geht es, ist frustrierend. Mir gehen immer wieder Bilder durch den Sinn: Menschen voller Angst und Verzweiflung machen sich auf den Weg. Das eigentliche Ziel, endlich frei zu sein. In das Unbekannte aufzubrechen, das Bekannte unter Tränen und Schmerzen zu verlassen ist schier unmenschlich. Dem Wind und dem Regen, der Kälte, der Nacht und der Einsamkeit des Tages schutzlos ausgeliefert, erkennen wir unsere Hilflosigkeit.
Mit der Zeit wird deutlich, dass die voll Hoffnung begonnene steinige Weg   – wenn überhaupt –   enttäuschend endet. Bitter sind Verschlossenheit und Ablehnung am Ziel. Es mag die Zeit kommen sich zu fragen, ob es klug gewesen ist, so viel, ja alles aufzugeben und hinter sich zu lassen.
Jesus Angebot ist da anders. „Wer zu mir kommt …”, sagt Jesus, „den werde ich nicht abweisen.” Jesus und die Menschen um ihn kennen solche Ablehnungen. An diese Erfahrungen knüpft Jesus an, wenn er zu ihnen sagt: „Wo ich bin, findet ihr Gott. Kommt zu mir, vertraut mir, nur ich kann Eure Verzweiflung, euren Hunger und Durst nach Leben stillen. Sogar über dieses Leben hinaus!“ Seine Worte sprengen auch meine Vorstellungskraft.
Wie soll ich das verstehen, dass wir nur zu Jesus kommen können, wenn Gott uns anspricht?
Diese Spannung können wir nicht auflösen. Der Glaube ist unserer Verfügbarkeit entzogen und bleibt ein Geschenk. Ein unerklärbarer Ausdruck göttlicher Liebe.

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