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Plötzlich kam vom Himmel her ein Brausen wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich versammelt hatten.  Zugleich sahen sie etwas wie züngelndes Feuer, das sich auf jedem Einzelnen von ihnen niederließ. So wurden sie alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in fremden Sprachen zu reden, jeder so, wie der Geist es ihm eingab.  Apg. 2, 2-4

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Wenn Rilke über Gott spricht, fallen immer wieder Begriffe wie „Namenlosigkeit“, „Vorraum der Erkenntnis“, „Nichtwissen“.

Und diese Aussagen, die er macht, sind in der Nähe mystischer Aussagen, weil er von dem dunklen Gott spricht, weil er den Gott nicht mit bestimmten Eigenschaften kennzeichnen will. Er ist an der Grenze des Sagbaren.

Jesus aber rief: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Und wer mich sieht, der sieht den, der mich gesandt hat. Joh. 12, 44-45

Das vierte Blatt: < Wir dürfen dich nicht eigenmächtig malen>

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Rilke wendet sich immer wieder gegen den Ausschließlichkeitsanspruch des Christentums und die Erlösung durch Jesus Christus.  Er schätzt die vielfältigsten religiösen Traditionen und deren Formen der Gottesverehrung.

Er schreibt: „Ja, wenn ich zugleich allgemein und wahr sein wollte, so müsste ich gestehen, es sei mir doch um nichts anderes zu tun, als in meinem Herzen diejenige Stelle zu entdecken und zu beleben, die mich in Stand setzen würde, in allen Tempeln der Erde mit der gleichen Berechtigung das jeweils dort Größte anzubeten.“

Jesus Christus aber sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Joh. 11, 25,26

Das dritte Blatt: <Ich habe viele Brüder in Sutanen>

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Rainer Maria Rilke schreibt einmal an einer Freundin: „Erst muss man Gott irgendwo finden, ihn erfahren, als so unendlich, so überaus, so ungeheuer vorhanden -, dann sei’s Furcht, sei’s Staunen, sei’s Atemlosigkeit, sei’s am Ende Liebe, was man dann zu ihm fasst, darauf kommt es kaum noch an, aber der Glaube, dieser Zwang zu Gott, hat keinen Platz, wo einer mit der Entdeckung Gottes begonnen hat, in der es kein Aufhören mehr gibt.“

Aus  Wachstumskreisen ähnlich des Baums wird eine Spirale, die sich nach oben hin zu „Gott“ dreht. Mit „Turm“ ist das Herausragende des Gottesgedankens seit Tausenden von Jahren gemeint. Immer ist es um den einen Gott gegangen. Doch nun geht es um das eigene Sein.

Für mich gibt es kein Zweifel: Mein Glaube an Jesus Christus lässt mich den letzten Ring gelingen.

Das zweite Blatt: <Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen>

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Der Dichter Rainer Maria Rilke hat zeitlebens eine kontroverse Auseinandersetzung mit dem Christentum und Gott gesucht. Die hymnischen Gedichte des „Stunden-Buches“ begründen seinen dichterischen Ruhm. Es sind gedichtete Gebete, inspiriert durch seine Begegnung mit russischer Frömmigkeit. Rilke operiert sprachlich an der Grenze des Sagbaren.

„Ich habe die Nacht beim Lesen der Psalmen einsam hingebracht“, schreibt er einmal. Ganz so war es bei mir sicher nicht, aber ich lese gerne im „Stunden-Buch“. Zu den ersten zehn Gedichten (Gebeten) habe ich versucht, mit Zeichnungen meine Empfindungen darzustellen.

Hier das erste Blatt < Da neigt sich die Stunde >